Ein Überspannungsschutzgerät (SPD) schützt elektrische Systeme und Geräte vor Überspannungsereignissen, indem es transiente Spannungen begrenzt und Überspannungen ableitet.
Maximale Dauerbetriebsspannung (Uc)
Blitzstoßstrom (Iimp)
Nennentladestrom (I)
Spannungsschutzpegel (Up)
Kurzschlussfestigkeit (Isccr)
Freilaufunterbrechungsfähigkeit bei Uc (Ifi)
Transiente Überspannung (TOV)
Diese Parameter bestimmen die Leistung des SPD unter verschiedenen Fehlerbedingungen und müssen sorgfältig an die Spannung des Systems, den Installationsort und die erwartete Überspannungsumgebung angepasst werden.
SPDs werden im Allgemeinen auf der Grundlage interner Arbeitsprinzipien und Standardtestmethoden klassifiziert.
Die zwei Haupttypen von SPDs sind:
Spannungsbegrenzende Komponenten
Spannungsschaltkomponenten
Die meisten modernen SPDs enthalten beide Komponententypen, um die Vorteile beider zu kombinieren und ihre jeweiligen Schwächen zu verringern.
Zu den spannungsbegrenzenden Komponenten gehören:
Metalloxid-Varistoren (MOVs)
Transientenspannungsunterdrückungsdioden (TVS).
Zu den Spannungsschaltkomponenten gehören:
Gasentladungsröhren (GDTs)
Funkenstrecken
Diese Komponenten unterscheiden sich in der Reaktionsgeschwindigkeit, der Energieaufnahmekapazität und den Alterungseigenschaften.
Gemäß ANSI/IEEE C62.41, IEC 61643-11 und VDE-Klassifizierung gibt es drei Standard-SPD-Typen, basierend auf ihrer getesteten Wellenform und Anwendungsebene.
Getestet mit Impulsentladungsstrom Iimp (typischerweise 10/350 µs)
Auch mit 8/20 µs Stromimpulsen getestet
Konzipiert für die Installation am Serviceeingang
Schützt vor direktem Blitzstrom und energiereichen Überspannungen
Getestet mit Nennentladestrom in (8/20 µs)
Optional getestet mit maximalem Entladestrom Imax (8/20 µs)
Hinweis: Imax wird nicht als Grundlage für die SPD-Auswahl empfohlen
Für SPDs mit spannungsschaltenden Bauteilen, auch geprüft mit 1,2/50 µs Spannungsimpulsen.
Wird an Unterverteilern oder Geräteeingängen installiert
Schützt vor Schaltüberspannungen und indirektem Blitzschlag
Getestet mit einem Kombinationswellengenerator:
Leerlaufspannung Uoc (1,2/50 µs)
Kurzschlussstrom Icw (8/20 µs)
Nominale Ausgangsimpedanz: 2 Ω
Für optimalen Schutz in der Nähe empfindlicher Endgeräte installiert
SPDs werden in einer Vielzahl von AC- und DC-Systemen eingesetzt, für die jeweils spezifische Design- und Auswahlanforderungen gelten.
In Wechselstromverteilungssystemen werden SPDs hauptsächlich zum Schutz von Geräten und Stromnetzen vor transienten Überspannungen eingesetzt, die durch Blitzeinschläge, Netzumschaltungen und Fehlerbeseitigungsereignisse verursacht werden.
SPDs vom Typ 1: Wird an Hauptverteilern installiert, um Überspannungen mit hoher Energie zu bewältigen
SPDs vom Typ 2: Zum lokalen Schutz stromabwärts installiert
SPDs für Wechselstrom müssen der Nennspannung und Uc des Systems entsprechen und gleichzeitig eine ausreichende Kurzschlussfestigkeit (Isccr) bieten.
Zu den typischen internen Komponenten gehören:
MOVs für schnelle Reaktion und Spannungsbegrenzung
GDTs für die Handhabung hoher Energie und die Isolierung gegen Leckagen
Die Kombination aus beidem sorgt für schnelle Unterdrückung und Langlebigkeit.
Gleichstromsysteme wie:
Telekommunikations-Basisstationen
Industrielle Schaltschränke
Batteriespeicher
Laden von Elektrofahrzeugen
Solar-DC-Busse
…erfordern SPDs, die speziell für kontinuierliche Gleichspannung ausgelegt sind, bei denen es keinen Nulldurchgang gibt und die Lichtbögen aushalten können.
DC-SPDs:
Verwenden Sie normalerweise Hochspannungs-MOVs
Muss eine hohe Dauergleichspannung ohne Überhitzung bewältigen
Installiert an DC-Panels, Wechselrichtereingängen oder Batteriebänken
Vermeiden Sie Systemausfälle aufgrund von Überspannungen oder Schaltgeräuschen
PV-Systeme erfordern hohe Gleichspannungen (bis zu 1500 VDC), große Feldflächen und sind aufgrund der Dach- oder Feldmontage häufig Blitzüberspannungen ausgesetzt.
PV-spezifische SPDs müssen Folgendes erfüllen:
Sie werden eingesetzt bei:
DC-Seite: Zwischen der PV-Anlage und dem Wechselrichter
Wechselrichtereingang: Für den internen DC-Bus-Schutz
AC-Seite: Zwischen Wechselrichter und Netzschnittstelle
Zu den Anforderungen gehören:
Hoher MCOV (Uc)
Niedrige Schutzstufe (Hoch)
Lange Stoßlebensdauer
Witterungs- und UV-Beständigkeit (für Outdoor-DC-Boxen)
Gut platzierte PV-SPDs reduzieren die Kosten für den Austausch von Geräten und verbessern die Systemzuverlässigkeit und den ROI.
Charakteristisch für Typ-1-SPD
Simuliert einen direkten Blitzeinschlag
Getestet mit 10/350 µs Wellenform
Stellt die Fähigkeit der SPD dar, einen einzelnen extremen Anstieg zu bewältigen
Geeignet für Gebäudeeinführungspunkte oder nachgeschaltete Blitzableiter
Charakteristisch für Typ-2-SPD
Simuliert mehrere Überspannungen niedrigerer Energie durch Schaltvorgänge oder indirekte Blitze
Getestet mit 8/20 µs Wellenform
Spiegelt die langfristige Überspannungsfestigkeit wider
Geeignet für Verteilertafeln und den Schutz auf Geräteebene
Zusammenfassend:
Iimp = Höchste Ausdauer bei seltenen, energiereichen Ereignissen
Imax = Wiederholte Ausdauer für häufige Transienten mit niedrigerer Energie
Beides ist für den Aufbau einer mehrstufigen SPD-Schutzstrategie von wesentlicher Bedeutung.
Überspannungsschutzgeräte sind für moderne Energiesysteme unerlässlich, da sie die Sicherheit der Geräte und die Kontinuität der Stromversorgung gewährleisten. Ihre Klassifizierung in Typ 1, 2 und 3 sowie das Verständnis technischer Parameter wie Uc, Up, Iimp und Imax sind für die richtige Auswahl und Implementierung von entscheidender Bedeutung.
Ganz gleich, ob es sich um den Schutz von Wechselstromsystemen, Gleichstromautomatisierung oder Solar-PV handelt: Die Auswahl des richtigen SPD mit geeigneten Nennwerten trägt dazu bei, Schäden zu reduzieren, die Betriebs- und Wartungskosten zu senken und die Systemlebensdauer zu verlängern.
Ein ausgereifter SPD-Plan ist eine kleine Investition, die Ihre große Infrastruktur vor irreversiblen Schäden schützt.