In modernen elektrischen Systemen sind Überspannungsschutzgeräte (SPDs) wichtige Geräte zum Schutz vor Schäden durch Blitzeinschläge und Schalterüberspannungen. Viele Menschen sind jedoch verwirrt über die verschiedenen Typen, z. B. Überspannungsschutzgeräte vom Typ 1 und Typ 2.
Was ist der Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-SPD? Dieser Artikel bietet einen detaillierten Vergleich Überspannungsschutzgerät Typ 1 und Typ-2-SPDs, damit Sie deren Unterschiede und Anwendungsszenarien verstehen und die richtige Wahl treffen können.
Überspannungsschutzgeräte (SPDs) sind die “Sicherheitsventile” elektrischer Systeme. Typ 1 und Typ 2 sind die beiden am häufigsten verwendeten SPDs. Sie haben jeweils ihre eigenen Funktionen und bilden zusammen ein vollständiges Schutzsystem.
10/350μs-Wellenform (für Tests vom Typ 1): Diese Wellenform simuliert einige der Stromeigenschaften eines direkten Blitzeinschlags. Sein Stromanstieg ist langsam, aber seine Dauer ist lang und trägt ungefähr die 20-fache Energie der 8/20μs-Wellenform, was ihn äußerst zerstörerisch macht.
8/20μs-Wellenform (für Typ-2-Tests): Diese Wellenform simuliert induzierte Blitze und Schaltstöße. Der Strom steigt schnell an, seine Dauer ist kurz und seine Energie ist relativ gering.
Blitzüberspannungsschutzgerät vom Typ 1: Wird im Hauptverteilerkasten des Gebäudes (Haupteingangsleitungskasten) installiert und befindet sich hinter dem Stromzähler und vor oder nach dem Hauptleistungsschalter (je nach Produktdesign).
Typ 2 SPD: Installiert in Verteilertafeln, wie z. B. Etagenverteilerkästen oder Verteilerkästen in kritischen Technikräumen (z. B. Rechenzentren, Aufzugskontrollräume).
Typ 1 SPD: Muss am Stromeingang von Gebäuden installiert werden, die mit externen Blitzschutzsystemen (Blitzableiter, Ableitungen) ausgestattet sind. Dies ist eine zwingende Anforderung internationaler Standards (z. B. IEC 62305), da es den direkten Blitzstrom, der vom Ableiter in die Stromleitung eingekoppelt wird, effektiv bewältigt.
Typ 2 SPD: Bei externen Blitzschutzsystemen nicht zwingend vorgeschrieben. Für den Umgang mit induzierten Überspannungen sind SPDs vom Typ 2 erforderlich, unabhängig davon, ob das Gebäude über ein externes Blitzschutzsystem verfügt.
SPDs vom Typ 1 und Typ 2 müssen zusammenarbeiten. Zwischen ihnen muss ein bestimmter Leitungsabstand eingehalten werden (allgemein empfohlen werden mindestens 10 Meter), oder es sollten Entkopplungsvorrichtungen (z. B. spezielle Drosseln) verwendet werden, um sicherzustellen, dass im Falle einer Überspannung zuerst das SPD vom Typ 1 auslöst, um den Großteil der Energie abzuleiten, und dann das SPD vom Typ 2 auslöst, um die Restspannung auf ein niedrigeres Niveau zu begrenzen. Wenn der Abstand nicht ausreicht, kann eine große Überspannung den Typ 1 umgehen und den Typ 2 beschädigen.
Dies ist ein Entscheidungsprozess, der Ihnen bei der Auswahl helfen soll:
Ja: Sie müssen ein Typ-1-SPD im Hauptverteilerkasten installieren.
Nein/Unsicher: Sie können Typ 1 überspringen, die Installation von Typ 2 wird jedoch dringend empfohlen.
Auch ohne äußeres Blitzschutzsystem ist die Gefahr von Blitzeinschlägen hoch, wenn Ihr Gebäude auf freiem Feld, auf einem Hügel steht oder über lange Freileitungen verfügt. Die Installation eines SPD vom Typ 1 kann ein höheres Schutzniveau bieten.
Szenario A (Standard-Wohngebäude, kein äußerer Blitzschutz): Der Einbau eines Typ-2-SPD im Hauptverteilerkasten bietet ausreichenden Schutz.
Szenario B (Villa/Geschäftsgebäude mit Blitzableiter): Eine SPD vom Typ 1 muss im Hauptverteilerkasten installiert werden, und SPDs vom Typ 2 müssen in Bodenverteilerkästen oder Verteilerkästen für kritische Geräte installiert werden.
Szenario C (Risikokompromiss): Wenn Platz oder Budget begrenzt sind, kann ein kombiniertes SPD vom Typ 1+2 im Hauptverteilerkasten installiert werden (siehe FAQ).
Kein einzelnes SPD kann alle Arten von Überspannungen perfekt bewältigen. Das Konzept des abgestuften Schutzes lautet:
Typ 1 (Stufe 1): Fängt den Großteil der enormen Energie (z. B. 90%) am Einlass ab und leitet ihn ab.
Typ 2 (Stufe 2): Begrenzt die Reststoßspannung nach der ersten Stufe weiter und bringt sie in den sicheren Bereich des Geräts.
Typ 3 (Feinschutz): Verwendet Überspannungsschutzstreifen am Geräteende, um einen Feinschutz für die letzte Meile zu bieten.
Dies ist wie eine Verteidigungslinie: Die erste Linie schwächt die Hauptstreitkräfte, die zweite Linie beseitigt die Rückstände und gewährleistet die Sicherheit der Hauptbasis (Ihrer Ausrüstung).
Eine vollständige Lösung sieht wie folgt aus:
Ebene I: Hauptverteilerkasten → Typ 1 SPD
Ebene II: Bodenverteilerkasten → Typ 2 SPD
Level III: Geräte-Frontend (z. B. Steckdosen) → Typ 3 SPD (Überspannungssteckdose)
Kann ich sowohl einphasige SPD vom Typ 1 als auch vom Typ 2 installieren?
Absolut, und es ist die beste Vorgehensweise. Einphasige SPDs vom Typ 1 und Typ 2 arbeiten zusammen, um einen abgestuften Schutz vom Eingang bis zum Gerät zu bieten.
Unterschied zwischen kombiniertem SPD vom Typ 1+2 und der separaten Installation
Ich verwende Überspannungsschutzstreifen an meinen Steckdosen. Muss ich Typ-2-SPD installieren?
Absolut notwendig. Überspannungs-Steckdosenleisten (Typ-3-SPDs) haben eine begrenzte Entladungsfähigkeit; Sie sind darauf ausgelegt, sehr kleine Restüberspannungen auf der Geräteseite zu absorbieren. Sie können der von der Stromleitung übertragenen starken Stoßenergie nicht standhalten.
Ohne ein Typ-2-SPD, das Energie auf der Vorverstärkerstufe ableitet, könnte eine größere Überspannung Ihre Überspannungs-Steckdosenleiste und die angeschlossenen Geräte direkt zerstören. SPDs vom Typ 2 sind die Hauptstütze beim Schutz des gesamten Stromkreiszweigs.
Einphasiges SPD im Vergleich zum dreiphasigen Typ-1-SPD
Einphasige SPDs werden in einphasigen Stromversorgungssystemen (ein stromführender Draht und ein Neutralleiter) verwendet, während dreiphasige SPDs vom Typ 1 in dreiphasigen Stromversorgungssystemen (drei stromführende Drähte und ein Neutralleiter oder drei stromführende Drähte, ein Neutralleiter und ein Erdungsdraht) verwendet werden und alle Phasendrähte vor massiven Überspannungseinwirkungen wie direkten Blitzeinschlägen schützen sollen.